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Dr. med. Bodden-Heidrich

Wochenbettdepression und Baby-Blues 

Baby-Blues Tage entsprechen einer  milden  postpartale Verstimmung, die  sehr häufig auftritt. Baby-Blues mit relativ plötzlich labiler trauriger, weinerlicher Stimmung tritt 2-4 Tage nach der Geburt auf und kann oder darf höchstens 14 Tage anhalten. Es handelt sich um eine vorübergehende Erscheinung, die 70 % aller Wöchnerinnen betrifft, als nicht krankheitswertig einzustufen und von der Depression zu unterscheiden ist. Viele Experten bezeichnen diesen Zustand als gesunde Reaktion auf die vielschichtigen Veränderungen durch die Geburt und die Mutterschaft.

Die Hauptursache für den Baby-Blues scheint in der hormonellen Umstellung nach der Geburt zu liegen – die während der Schwangerschaft stark erhöhten Östrogen- und Progesteronspiegel fallen mit Geburt des Mutterkuchens ab und Prolaktin steigt an. Es wird vermutet, dass Östrogen verschiedene Hirnfunktionen beeinflusst und einen stimmungsstabilisierenden, antipsychotischen Effekt hat; dieser Effekt fällt nun weg und führt damit eventuell zu Stimmungseinbrüchen.

Eine Depression kann aber selten in den ersten zwei Jahren nach der Geburt entstehen. Typisch ist die schleichende Entwicklung. Etwa 10–20 % der Mütter können von einer Depression  betroffen sein. Übrigens gibt es auch diejenige Depression, die beim Partner bzw. Vater auftreten kann im Zuge aller großen Veränderungen und ggfs. Überlastungen (Etwa 4 %). 

Risikofaktoren für die Entstehung einer postpartalen Depression sind unter anderem psychische Erkrankungen vor der Schwangerschaft (insbesondere Depressionen, Zwangsstörungen, Panikstörungen, generalisierte Angststörungen, soziale Phobien, Agoraphobie) sowie bei nahen Verwandten aufgetretene psychische Erkrankungen als Vererbung lediglich einer Möglichkeit oder Veranlagung zur Erkrankung (ähnlich wie bei Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder Krebserkrankung).

Symptome einer Depression können sein:  Energiemangel, Traurigkeit, inneres Leeregefühl, Schuldgefühle, ambivalente Gefühle dem Kind gegenüber, allgemeines Desinteresse, Teilnahmslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, im schlimmsten Fall können lebensmüde Gedanken  auftreten. Ferner gibt es Beschwerden wie: Sexuelle Unlust, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, extreme Reizbarkeit, Taubheitsgefühle, Zittern, Schwindel, Konzentrations- und Schlafstörungen, Ängste und Panikattacken. Von besonderer Bedeutung bei der Wochenbettdepression sind Zwangsgedanken, sie  treten bei 54 % der Frauen mit postpartaler Depression auf.

Die Wochenbettspsychose oder auch paranoid-halluzinatorische Puerperalpsychose ist die schwerwiegendste psychiatrische Komplikation bzw. Erkrankung im so genannten "Wochenbett". Sie hat meist einen abrupten Beginn und sollte umgehend zu einer notfallmäßigen Einweisung in eine psychiatrische Klinik führen. Eine bis drei von 1000 Müttern (1–3 ‰) sind von einer postpartalen Psychose betroffen. Die PPP entsteht vorwiegend in den ersten 2 Wochen nach der Entbindung oder kann sich aus einer Depression entwickeln.

Seit Jahren behandle ich Depressionen im so genannten "Wochenbett" (1-2 Jahre nach Entbindung). Die Mutter bleibt bei dieser ambulanten Behandlung mit ihrem Kind Zuhause, umsorgt von Angehörigen und Hebamme u.a.m. Tägliche Kontakte mit der Patientin selbst und ihrer Familie führen über die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung hinausgehend zur Stabilisierung des Familiensystems.

Es gibt auch stationär arbeitende Mutter Kind Einheiten (vgl. Marce Gesellschaft). Allerdings sind die Wartezeiten oftmals so lange, dass andere Hilfe sofort einsetzen muss.